Eine für alle und alle für eine!

27. September 2014, 22:51 Uhr von Thorsten Heß

Ich bin so stolz, dass ich dabei sein durfte heute in Schwäbisch Gmünd! Na gut, zugegeben, bei der Staffel konnte ich wieder nicht zuschauen, musste dringend mal den Luftdruck des Reserverades prüfen, aber der Reihe nach.
Juliane Dörner, unsere Neuerwerbung aus Wachbach musste gleich in der ersten Disziplin des Tages ran, dem 100m Lauf. Zusammen mit Celina Mohnke erliefen sie im zweiten Lauf die ersten Punkte für die LG, und blieben nur wenig hinter dem Disziplinergebnis von Flein, welches als Wettkampfziel ausgegeben war. Dann wieder gleichzeitig Kugel und Hochsprung, letzteren coachte Hein Losert. Im Kugelstoßen steigerten sich Johanna und Ursula von Versuch zu Versuch und steigerten die addierte Weite um mehr als 2 Meter zum Vorergebnis. Johanna steigerte sich zur neuen PB um rund 1.20m im Vergleich zu Flein, Ursula übertraf die 9m Zielmarke ebenfalls deutlich. Von den guten Hochsprungleistungen zwischendurch angefeuert, pushten sie jetzt die Hochspringerinnen. Auch sie steuerten fette Punkte zum Konto bei, Lisa sprang hier ebenfalls PB. Schon standen Sarah Tittl und Theresa Rosenitsch ab Ablauf ihrer 800m Läufe, und beide machten ihre Sache richtig gut. Sarah legte eine Zeit um ihre Bestleistung herum vor, und Theresa steigerte sich um 3 Sekunden zum Vorwert. Also weiterhin voll im Plan.
Sophie Stumpf, Melissa Hofmann und Ursula Heß ließen die Speere fliegen, Sophies Speer landete bei neuer PB, Melissas im oberen Leistungsbereich, obwohl sie sich eigentlich nur für Hürden aufwärmen konnte, zu deren Durchführung sie dann auch nach zwei Durchgängen ´rüberflitzen musste. Gemeinsam mit Lisa lief sie ganz vorne in ihrem Lauf, erzielten sehr gute Zeiten und packten damit ein deutliches Plus zum Durchgangswert von Flein auf das Punktekonto.So kam es, dass bei jeder Aktualisierung der Mannschaftswertung die LG nach oben kletterte und sich nach hinten immer mehr Luft verschaffte. Nach dem Weitsprung, den Johanna, Juliane und Sarah bestritten, blieben nur 9cm Minus im Sand liegen. Überfliegerweiten brachten auch die Mitstarterinnen nicht zu Wege, so dass die LG vor den letzten beiden Disziplinen, dem Diskus und der Staffel, im dicht gedrängten Vorderfeld auf Rang zwei geführt wurden.
Sophie und Ursula waren die beiden besten Werferinnen des gesamten Teilnehmerfeldes, so dass sie einige Meter zwischen sich und den Top-4 Vereinen legen konnten, da diese alle nur über eine 25m Werferin verfügten, die Zweiten war deutlich schwächer.
Mit dreimaliger Verspätung wurden dann die Staffeln aufgestellt. Lisa, Sophie, Melissa und auf der Zielgeraden Juliane hatten ihre Wechsel gut geübt, liefen aber dennoch zum ersten Mal in dieser Formation. Im Hintergrund brütete das Rechenschieber-Team über alle “Was wäre wenn” Szenarien, prüften die Ergebnislisten noch ohne Diskus im Minutentakt, und jonglierten mit erinnerten Punktetabellen.
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Als ich mich langsam wieder zum Stadion zurück traute, klingelte das Handy. “Im Ziel??????” so meine bange Frage. “Ja”. “Wievielte???” “Als dritte!!!! “Siegerzeit und ca. Abstand. “51.3x und so 2 Sekunden”
Auf dem Gelände wieder angekommen steckten die Rechenschieber wieder die Köpfe zusammen, während Staffel 2 mit guter Zeit ins Ziel kam. Was bringt der Meter Diskus noch mal und was kostet die Sekunde in der Staffel? Erstes Licht ins Rechendunkel brachte der Zwischenstand nach dem Diskus.Die Kalkulationsgrundlagen in Verbindung mit den handgestoppten Zeiten ließen einen heißen Kampf um Platz vier oder drei erwarten – Nugat und Cola mussten her, der Nerven zu Liebe. Die Mannschaft lief sich gemeinsam aus, während Spion Heinz L. versuchte Daten an Land zu ziehen. Nach einer echten halben Stunde und gefühlter Ewigkeit sah man ein rot-graues hüpfendes Etwas 🙂 zu den Rechenschiebern zurückkehren – mit nicht glaubhafter Botschaft. “Kann nicht sein” grummelte es hier, “kein Wunder das die das noch mal genau nachrechnen” brummelte es dort.
Während dann endlich die Honoratioren bereit zur Siegerehrung waren, tauchte die Ergebnisliste der Staffelläufe auf. ” 1. war also … mit der Zeit, aha – hoppla!! Und zweiter waren die mit der Zeit, macht dann – noch mal hoppla!!!! 50 vor 47 zurück und 120 vor und 100 zurück macht —– PSSSSSST. Die Siegerehrung beginnt. Angekündigt wurde die Reihenfolge von 8 nach 1, doch der Sportbürgermeister wollte es anders herum, ging aber ein bißchen im allgemeinen Gemurmel unter.

“1. Platz und damit Württembergischer Meister im Mannschaftswettbewerb ist” begann der Stadionsprecher ——–

“mit 3 Punkten Vorsprung” —-

die LG Hohenlohe!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Wahnsinn – Unfassbar, aber real!! Die Mädels konnten es erst kaum glauben, mussten beinahe zum Siegertreppchen geschoben werden. Goldmedaillien für alle und Dokumente in Urkundenform, waren der greifbare Beweis, ein hüpfender, die Arme hochreißender und lauthals jubelnder Trainer, der sonst eher um sachliche Einordnung der Leistungen bemüht ist, der sichtbare und alle Zweifel beseitigende Zeuge dieser Ausnahmeleistung.
Alle Mannschaften hatten alles aufgeboten, was am Ende einer langen Saison noch genügend Kraft, Gesundheit und vor allem Teamgeist hatte. Unser Teamgeist, der Kampf um jeden Zentimeter in den Sprüngen und Würfen, und um jede Hunderstel in den Läufen hat den Wimpernschlag des Unterschiedes ausgemacht. Die weibliche U16 der LG Hohenlohe in der Aufstellung (nach Wettkampfstart)

Juliane Dörner – Celina Mohnke – Ursula Heß – Johanna Marseille – Lisa Würkner – Sarah Tittl – Theresa Rosenitsch – Melissa Hofmann – Sophie Stumpf hat sich meisterlich präsentiert und auch noch den Jahreshöchstwert in der Bestenliste erzielt.

Natürlich wurde gejubelt, lang und ausdauernd. Aufrichtige Gratulation vieler Kaderathleten der LG Staufen und von Salamander Kornwestheim, den 3. und 2. Platzierten, sowie den anderen mit ebensolcher vergolten. Bilder wurden geknipst, es geht sogar das Gerücht um, der Trainer hätte sich auch mnal dazu gestellt. Als sich dann nach rund 90 Minuten die Stimmung im Bus nicht abkühlen wollte, wurde spontan beim LIDL gestoppt und Eiscreme zugeladen. Verdientes Siegereis!

Ich kann nur Danke sagen für dieses Erlebnis. Mannschaftssiege sind immer noch schöner als Einzelsiege.

Die genauen Ergebnisse sind der Ergebnisliste zu entnehmen, oder werden hier morgen aus den Handprotokollen bekannt gemacht. Ich bin jetzt seit 04.30 Uhr dran und spüre große Sehnsucht nach dem Feierabend. Genau das wird er noch werden.

Bis Dienstag

TH
P.S. Spezieller Dank an Juliane Dörner!Du hast das ganz toll gemacht, du warst das große Puzzleteil, dass unser Siegerbild komplett gemacht hat.