Vereinbarkeit von Leistungstraining und Schule

15. Juni 2014, 13:19 Uhr von Thorsten Heß

Noch ist zwar erst Halbzeit der Pfingstferien, doch da die wichtigen Meisterschaften der nächsten Wochen mit dem Endspurt in der Schule zusammenfallen, ist es wichtig diese Thematik hier einmal anzusprechen.
Wettkampfleichtathletik und Schule sind sich sehr ähnlich! Wer im Winter nichts tut ist im Sommer in der Klemme und regelmäßiges Üben bringt mehr als “Hau-Ruck-Verfahren”. Ebenso sind Schwerpunkt Lernwochen zur rechten Zeit genauso hilfreich wie gut geplante Trainingslager. Entscheidend ist die Zielsetzung: Für höhere Ziele (Gute Noten und Teilnahme an Landesmeisterschaften und höher) muss halt mehr investiert werden, und das verlangt zu aller erst nach einem guten Zeitmanagement, ausgedrückt auch in einer Priorisierung möglicher Zeitvertreibe. Schule ist eindeutig die Nummer 1, dann kommt aber schon der Sport, der im Schüler- und Jugendalter maximal 2h am Tag beansprucht, Stützpunkttraining, aufgrund der Anreisezeiten, mal ausgenommen. Das führt dann schon mal zu straffen Tagesabläufen, auch G8 spielt hier eine Rolle, aber durch verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Onlinemedien (Facebook…) kann genügnd Zeit für das “real life” übrig bleiben, die dann im Schwimmbad, in der Eisdiele und bei Streifzügen durch die Einkaufsmeilen verbracht werden kann. Außergewöhnliche Ziele verlangen nach außergewöhnlichen Maßnahmen, z.B. weniger Chillen in den Ferien, statt dessen Sondereinheiten Training und Lernen einplanen. Von mir betreute Geher, Läufer und Werfer erledigen ihre Trainingseinheiten auch schon einmal abends um 21.00 Uhr im beleuchteten Ortskern oder im Trainingskeller. Die deutschen Topsportler, die ich in Trainingslagern betreuen durfte, hatten alle ihre Studienunterlagen dabei und haben diese fleißig während der Regenerationszeiten bearbeitet. An Wochenenden gewinnt man reichlich Stunden, indem man spätestens um 08.00 Uhr in den Tag startet. “Schlag den Raab”, “GNTM”, “DSDS”, “Voice… gehen dann halt mal nicht bis zum Ende.
Dass es mal besonders eng werden kann mit dem Vereinstraining ist mir klar, aber dann kann ich trotzdem in einer Lernpause mal 2km Dauerlauf machen oder 20 Liegestütze alle 20 Vokabeln. Das frischt an, sorgt für reichlich O2 im Gehirn, was dem Lernen dann auch wieder zu Gute kommt.

Mit dem Ziel im Auge kommt man auch über Umwege an.

Bis Dienstag

TH